Über den Irrsinn von Bau-Richtlinien und Energie-Standards!

Gepostet von am Sep 21, 2015 in Allgemein, Menschen bauen für Menschen | Keine Kommentare

Thieringer 27.10.2017

Man muss in diesen Tagen nicht am Münchner Hauptbahnhof   gewesen sein oder im ungarischen Röszke, wo Polizisten wartenden Flüchtlingen Nahrungsmittel zugeworfen haben , als fütterten sie Vieh. Das Wohnen ist ausweislich all der Wohnzeitschriften nicht nur der große Fetisch unserer Cocooning-Ära, sondern ein existenzielles Gut. Die Beseitigung von Wohnraummangel ist daher eine Herausforderung. Bezahlbar für junge Familien , Migranten , Studenten , Alleinerziehende und Senioren.

Angesichts der Verstädterung sehen Experten in den nächsten 15 Jahren einen Bedarf von einer Milliarde zusätzlichen Wohnungen weltweit (Deutsche Bank Research). Und nach einer neuen Studie des Pestel-Instituts müssten allein in Deutschland jährlich 400 000 Wohnungen gebaut werden. Noch im Frühjahr ist das Bundesinstitut für Bau-, Raum- und Stadtforschung von 270 000 Einheiten ausgegangen. “Real” - dürften maximal 260 000 Wohnungen bis zum Jahresende fertig sein.”

Was steht einer Lösung im Weg?

In Deutschland vor allem :  der Irrsinn des Baurechts. Wäre jede Norm am Bau eine Wohnung, wäre das Problem schon halb gelöst. Nämlich viel mehr Wohnraum in kurzer Zeit zu vertretbaren Preisen: Das ist aber nur dann zu schaffen, wenn die teilweise absurden Standards bei Neubauten deutlich gesenkt werden. Überdies: Einfachere Normen für die Umnutzung von Flächen  ist das (auch ökologisch interessantere) Gebot der Stunde.

Darum ist Bauen so teuer!

Die wahren Preistreiber sind die Bau-Standards. Statt der unter Mühe verabschiedeten Mietpreisbremse wäre eine Bremse der DIN-Normen, EU-Richtlinien, Bundesverordnungen, Ländergesetze und kommunalen Auflagen effektiver gewesen. Laut Bauwerkskostenindex hat sich der Bau eines typischen Mehrfamilienhauses seit 2000 um 36 Prozent verteuert. Mit der Novelle der Energieeinsparverordnung wird sich das Bauen ab 2016 um weitere sieben Prozent verteuern. Die Politik fordert nun mehr billige Wohnungen; sie tut allerdings schon seit Jahren durch den Norm-Irrsinn einerseits und die Privatisierung öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften andererseits alles dafür, dass Wohnraum in Deutschland genau das bleibt, was die Realität zeigt : Die Wohnungssuche in Deutschland bleibt Kampfgebiet.

 

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